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Die europäischen öffentlichen Dienste zwischen Tradition und Reform

Christoph Demmke
ISBN 13 978-90-6779-186-1 EIPA Code #: 2005/02 Year: 2005 Pages: 234


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Description


Auch in Englisch erhältlich
Die Diskussion über die Zukunft des öffentlichen Dienstes und die Reform des Managements seiner Humanressourcen ist nur allzu häufig durch Mutmaßungen bestimmt, die die Schlagzeilen dominieren. Diese Veröffentlichung hebt sich hiervon ab, indem sie ausgewogen Bilanz über neue Trends und Entwicklungen in diesem wichtigen Politikfeld zieht.
Der Autor argumentiert, dass die Reform des öffentlichen Sektors nicht – wie vielfach behauptet wird – durch klare Veränderungen und Fortschritte gekennzeichnet ist. In ihrem Ergebnis zeigt sich vielmehr ein komplexeres Bild von Stückwerk und paradoxen Veränderungsmustern.
Im 21. Jahrhundert sind die demographische Entwicklung, die wachsenden Erwartungen seitens der Bürgerinnen und Bürger, die Einführung neuer Technologien, die Individualisierung, Übertragung von Befugnissen und Dezentralisierung, der Finanzdruck und der Trend zur Internationalisierung die entscheidenden Faktoren für die Veränderung des öffentlichen Dienstes geworden. Reformmaßnahmen begünstigen heute allseits die Auflösung und die Dezentralisierung des öffentlichen Dienstes. Darüber hinaus werden politische Maßnahmen des öffentlichen Sektors in immer komplexeren Netzwerken vollzogen, unter Nutzung dezentralisierter Verwaltungsstrukturen, öffentlich-privater Partnerschaften und kooperativer Projekte zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGO), Consultants und Verwaltungsstellen. Der traditionell zentrale Begriff des öffentlichen Dienstes als eines einzigen, homogenen Arbeitgebers schwindet ebenso.
Die Studie geht von der theoretischen Annahme aus, dass – auch wenn gute Gründe für eine Kritik der traditionellen öffentlichen Dienste bestehen – die meisten Reformstrategien und –vokabularien durch „Worthülsen" geprägt sind und dass sich aus den eingeschlagenen Reformwegen ebenso viele Probleme wie Verbesserungen ergeben. Insbesondere der Ruf nach einer stärkeren Europäisierung, mehr Flexibilität, Innovation, Veränderung und Leistung und weniger Bürokratie ist sehr allgemein und ihm fehlt das spezifische Wissen über die besonderen Merkmale einer Beschäftigung im öffentlichen Sektor sowie die Kenntnis der Strukturen des öffentlichen Dienstes. Darüber hinaus mangelt es dem „Reformprozess" an einem begrifflichen Verständnis seiner eigenen Begriffe.
Zumeist werden Reformen des öffentlichen Dienstes und des Managements der Humanressourcen zudem als politische, rechtliche oder wirtschaftliche Reformen geplant. Die Kombination von finanziellem Druck, einem schlechten Image des öffentlichen Dienstes und übereilten Reformen führt dazu, dass Reformstrategien im öffentlichen Dienst und Reformen des Managements der Humanressourcen häufig zu wenig das Ergebnis einer rationalen Debatte und eindeutiger Fakten sind. Oft scheint der Wunsch nach einer neuen Form der Verwaltungsführung (und nicht nach einer neuen Verwaltung) mehr über unsere Erwartungen, Überzeugungen und Kultur auszusagen als über den wirklichen Reformbedarf.

* Einschließlich Porto und Verpackung.