Printed: 34€

Regionale Verwaltungen auf dem Weg nach Europa

Christian Engel und Alexander Heichlinger
ISBN 13 978-90-6779-171-7 EIPA Code #: 2002/02 Year: 2002 Pages: 239 Printed: 34 €

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Description


Die Frage nach der Mitwirkung der Regionen am europäischen Integrationsprozess und nach dem politischen, ökonomischen und sozialen Zusammenhängen zwischen europäischer Integration und subnationaler Mobilisierung sind seit geraumer Zeit Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und der politischen Diskussion. Der modische Begriff des europäischen "Mehrebenensystems" zeugt dabei von der insgesamt hohen Bedeutung, die der regionalen (und lokalen) Ebene heute im Prozess des Zustandekommens und der Umsetzung und Anwendung europäischer Regelungen, kurz innerhalb des europäischen Regierungssystems zugemessen wird.
Wenig Beachtung hat aber bisher das alltägliche "Management von Europa" in Politik und Verwaltung auf regionaler Ebene gefunden. Hiervon handelt die vorliegende Studie: von der "Europäisierung" der regionalen Verwaltungen und von den Instrumenten, Prozessen und Praktiken des Umgangs mit "Europa" auf der Ebene regionaler Verwaltung in einigen ausgesuchten Staaten (Belgien, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich und Spanien). Sie handelt davon, wie und in welchem Umfang europäische Regionen eine eigene Verwaltungskapazität zur Aufnahme, Verarbeitung und Steuerung europäischer Informationen und Chancen entwickelt haben.
Die Studie zeichnet ein Bild der erheblichen Anstrengungen, die unternommen worden sind, um auf regionaler Ebene eine europäische Verwaltungskapazität aufzubauen. So sehr sich die Instrumente und Mechanismen hierbei unterscheiden, stehen eine Reihe gemeinsamer Zielsetzungen im Vordergrund: die Fähigkeit zur Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, Instrumente zur Festlegung, Bündelung und Abstimmung europäischer Prioritäten, Strategien und Initiativen, die Wahrung eines kohärenten Auftretens in den Außenbeziehungen und die Umsetzung des Gemeinschaftsrechts. Den jeweiligen Brüsseler Repräsentanzen der Regionen kommt in diesem Zusammenhang ebenso eine besondere Rolle zu wie, in einigen Regionen, der gezielten und strategischen Zusammenarbeit und Vernetzung mit einer Vielzahl öffentlicher und privater Akteure.
Auch ist allen Regionen gemein, dass die Instrumente zur Abstimmung von Zielen und Strategien und zur Herstellung eines kohärenten Auftretens sich insgesamt als "weich" bezeichnen lassen. Während die europabezogene Koordinierung auf nationaler Ebene einen zum Teil verbindlichen Charakter annimmt, lässt sich die Abstimmung und Bündelung der europabezogenen Aktivitäten auf regionaler Ebene durchweg als prozessorientiert darstellen. In einer als Netzwerk zu fassenden Organisation europäischer Kapazität in den regionalen Verwaltungen dient die Förderung des Kommunikations- und Austauschprozesses dem Ziel der Entwicklung einer gemeinsamen Sichtweise und gemeinsamen Handelns.
Die Studie will nicht zuletzt den regionalen Akteuren selbst Anlass geben, durch das Lernen von anderen und den gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und guten Praktiken die Stärkung der eigenen "Europafähigkeit" als anhaltende Aufgabe einer gezielten Planung zu betrachten. Die Vielzahl an Erfahrungen der in der Studie untersuchten Regionen zeigt den Nutzen auf, der daraus gezogen werden kann.